29. September 2026 | EÜ Sternbrücke Hamburg

Vor wenigen Wochen wurde in Hamburg die Montage der ca. 3700 t schweren EÜ Sternbrücke erfolgreich durchgeführt. Das Bauwerk überführt die Strecken 1240 (Hamburg Hbf – Hamburg-Altona) und 6100 (Berlin Spandau – Hamburg-Altona) über die Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße. Aufgrund von städtebaulichen Randbedingungen musste auf die Stützen (wie beim Bestandsbauwerk) im Kreuzungsbereich verzichtet werden, wodurch sich für das als Stabbogenbrücke konzipierte Tragwerk eine Stützweite von 108 m ergab. Erschwerend kam hinzu, dass aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse im dichtbebauten innerstädtischen Bereich sowie wegen der vorhandenen Gleisgeometrie nur Platz für ein einziges obenliegendes Tragwerk vorhanden war. Somit ist die neue Sternbrücke eines der wenigen Bauwerke dieser Größenordnung, das vier Gleise aufzunehmen hat (Breite ca. 24 m). Da auch die Höhenverhältnisse sehr eingeschränkt waren, mussten zur Reduktion der Bauhöhe die Querträger mittig an einer 3. Hängerebene ohne eigenen Bogen aufgehangen werden. Diese Hänger geben ihre Beanspruchungen über massive Querriegel an die nach innen geneigten, außenstehenden Bögen ab. Trotz der beengten Platzverhältnisse konnte das bewährte Steuerstabsystem Meyer/Wunstorf zur Abtragung der Längskräfte bzw. -verformungen in der kompakten Fahrbahn untergebracht werden. Der Lage im innerstädtischen Bereich geschuldet und als weitere Besonderheit ist das spezielle Beleuchtungskonzept zu nennen, welches das Bauwerk bei Dunkelheit eindrucksvoll illuminiert. Meyer+Schubart hat zusammen mit Vössing Ingenieurgesellschaft Hamburg an der Planung des Bauwerks (Leistungsphasen 2-6 der HOAI) im Zeitraum von 2014-2026 mitgewirkt.